www.physio-erlen.ch

Informationen

Inserat im Fridolin vom 08.01.2015

hier zum Inserat mit Foto
Eröffnung Physiotherapie Erlen Susanne Gasser, dipl. Physiotherapeutin FH
Meine neue, kleine Physiotherapie-Praxis in Glarus ist eröffnet.
Mein Angebot umfasst allgemeine Physiotherapie (Beweglichkeitsverbesserung, Kräftigung, Entspannung), Lymphdrainage, Ultraschall, Elektrotherapie, Kinesiotape, Pilates, ...
Ich freue mich auf das Arbeiten in meiner ruhigen Praxis und hoffe, Ihnen – falls nötig – zur Seite stehen zu dürfen.

Physiotherapie Erlen, Susanne Gasser
Telefon 055 640 20 15
Waisenhausstrasse 2, 8750 Glarus
susanne.gasser@physio-erlen.ch, www.physio-erlen.ch

Artikel aus der Südostschweiz vom 20.12.2014

Für Physiotherapeutin Susanne Gasser erfüllt sich ein Traum

Mit den Händen sehen: Die blinde Physiotherapeutin Susanne Gasser eröffnet ihre eigene Praxis in Glarus
Trotz Handicap hat sie es weit gebracht -als diplomierte Physiotherapeutin besitzt sie nun in Glarus ihre eigene Praxis. Ihr neues Zuhause ist ein ehemaliger Musikladen.
Draussen an der Hausfassade erinnern zurzeit noch die schwarzen Schatten der abmontierten Buchstaben an das ehemalige Musik-Wild-Geschäft. Aber auf den Fenstern steht nun: "Physiotherapie Erlen". Beim Öffnen der Praxistüre klingelt es, der Geruch nach neu dringt in die Nase. Wo das Musikgeschäft war, sieht es jetzt völlig anders aus: keine riesigen Räume und grossen Schaufenster mehr -dafür eine helle Wohnung mit vielen Zimmern.
Die 37-jährige Susanne Gasser wohnt und arbeitet hier. Sie ist seit ihrem achten Lebensjahr beinahe blind. Trotz Handicap besitzt sie heute ihre eigene Praxis, ist diplomierte Physiotherapeutin, selbstständig, sehr lebensfroh und offen.

"Berge, eine Langlaufpiste, eine gute Infrastruktur, ein Bahnhof, eine Migros und alles, was ich brauche, soll zu Fuss erreichbar sein", sagt Gasser und lacht. Das seien die Kriterien gewesen, die ihr neues Zuhause zu erfüllen hatte.
Die sportliche 37-Jährige mit langen hellbraunen Haaren kommt aus dem Berner Oberland.

«Das richtige Haus gefunden.»
Berufskollege Bernhard Fasser habe ihr das Städtlein Glarus gezeigt, und als sie mit ihren Eltern zum ersten Mal das Haus in der Waisenhausstrasse anschaute, wusste sie: Das ist es einfach. Und: "In ein ehemaliges Musikgeschäft einzuziehen, gefällt mir sowieso sehr gut. " Denn Gasser spielt liebend gerne Handorgel.
Mit dem neuen Standort erfüllt sich ein Traum für sie: arbeiten und wohnen am gleichen Ort und etwas Eigenes haben.

Liliane Bischofberger, Fritz Bolliger und Bernhard Fasser arbeiten auch in Glarus und sind mit Gasser Mitglieder im Verein "Physioblind", dem Verein der blinden Physiotherapeuten. "Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit meinen Berufskollegen", sagt Gasser voller Freude.

«Die Türklingel als Orientierung.»
"Klar mache ich als Blinde alles anders, aber letztlich stehe auch ich am Morgen auf, frühstücke, putze meine Zähne und gehe zur Arbeit", sagt die Physiotherapeutin mit Humor. Die Unterschiede zeigen sich beim Computer mit Sprachsystem, redenden Notizgeräten und ihren spanisch sprechenden Uhren. "Keine hat die richtige Zeit", sagt Gasser lachend. Sie orientiert sich an der Türklingel: "Wenn jemand hereinkommt, klingelt es. So habe ich immer unter Kontrolle, wie viele Leute im Wartezimmer sind." Gassers Kleinpraxis ist sehr ruhig und persönlich. Denn sie arbeitet alleine. So wird auch nur jemand auf einmal behandelt, und sie behält immer den Überblick. Für ihre Arbeit als Physiotherapeutin brauche sie keine Hilfsmittel, denn da "sehen" ihre Hände. Zudem: "Blinde haben keine Möglichkeit, sich mit den Augen abzulenken. Ich konzentriere mich ganz aufs Spüren."

"Ich bin abenteuerlustig, darum bin ich auch umgezogen", sagt die 37-Jährige lachend und zeigt gleich auf ihre Delle am Kopf. "Das war eine schöne Strassenlampe vor dem Glarnerhof." Durch diese Erfahrung kenne sie sich dort nun aus.

«Sich in Südamerika durchschlagen.»
Blinde orientieren sich an Abflachungen, um zu wissen, wo der Fussgängerstreifen ist. Sie merken sich Blumentöpfe, Dachrinnen, Ecken, Strassenlampen und wo Autos geparkt sein könnten. "Nach einer Weile weiss man genau, was wann passiert und geht schnell und sicher", erklärt die Physiotherapeutin. Ihre Abenteuerlust wird deutlich, wenn sie von ihren vielen Reisen erzählt. Sie reiste zum Beispiel alleine nach Südamerika, von dort kommen auch ihre Uhren. "Ich habe mir einfach wahnsinnig viel Zeit genommen", so Gasser. Andere können Karten, Reiseführer und Strassenschilder lesen, sie schlägt sich mit reden durch. "Ich erlebe die Begegnungen mit Menschen so viel intensiver.

"Gassers nächstes Abenteuer beginnt mit der neuen Praxis. Am 15. Januar fällt der Startschuss: Dann sind alle zum Eröffnungsapéro eingeladen.
Text Eliane künzler, Bild Maya Rhyner. (s. Startseitenbild)

Artikel aus der Simmentalzeitung vom 13.11.2014

Praxisschliessung

Meine Praxis wird am 30. November 2014 schliessen.
Einladung zum Abschiedsapéro, Mittwoch, 19. November 2014, von 16.30 bis 19 Uhr, Gewerbestrasse 1, Zweisimmen
Vielen Dank für das Vertrauen! Ich hatte eine gute Zeit im Simmental!
Mit lieben Grüssen, Susanne Gasser

Artikel aus der Simmentalzeitung vom 24.01.2013

hier zum Originalartikel

Die Hilfsmittel einer blinden Physiotherapeutin bei der Arbeit und in der Freizeit

Seit April 2007 arbeitet Susanne Gasser als Physiotherapeutin in Zweisimmen. In diesem Beitrag berichtet sie über ihre Hilfsmittel bei der Arbeit und in der Freizeit. Im ersten Teil berichtete sie über den Alltag.

Weisse, erhobene Linien ermöglichen ein sicheres Fortbewegen im öffentlichen Raum. Susanne Gasser am Bahnhof in Thun. Welches ist Ihr wichtigstes Hilfsmittel?
Mein wichtigstes Hilfsmittel ist der Langstock, also der weisse Blindenstock. Ohne ihn könnte ich meine Wohnung nicht mehr alleine verlassen. Wenn ich draussen unterwegs bin, verwende ich verschiedene Techniken, um mich zurecht zu finden. Einerseits kann ich mich auf mein Gefühl von Richtung und Distanz und auf mein Wissen von z.B. vorhandenen Stufen und Pfosten verlassen. Dann helfen Geräusche, Bodenunebenheiten und Bodenbeschaffenheiten unter den Füssen und mein verlängerter Finger, der Stock. Ihn kann ich an Kanten entlang ziehen. Er wird von mir in Zäune und Böschungen gestupst und er informiert mich so über meinen genauen Standort. Dies alles funktioniert nur solange ich mich gut auskenne. Natürlich ist der Stock auch dazu da, mich vor Hindernissen zu warnen, dafür gehe ich aber meist zu schnell.

Hat der Blindenstock auch eine Warnfunktion?
Am Stock erkennen die Leute, dass ich nicht sehe und sie können ausweichen oder warnen. Autofahrer müssten(!) auch dann anhalten, wenn sie sehen, dass jemand mit Blindenstock über eine Strasse will, auch wenn da kein Fussgänger-Streifen ist. Ich benötige sehr viel Konzentration draussen herumzulaufen, auch wenn es der übliche Arbeitsweg ist. Einmal etwas unaufmerksam und ich weiss nicht mehr wo ich bin, ich biege etwas zu früh ab und bin irgendwo, wo ich nicht sein will. Ist hier die Strasse drei Grad abwärts geneigt, ja, dann bin ich richtig.

Welche Einflüsse hat das Wetter und die Jahreszeiten?
Höre ich den Brunnen plätschern? Wenn nein, könnte es auch Herbst sein und er wurde abgeschaltet und ich muss mich anderweitig orientieren. Eine grosse Umstellung ist auch der erste Schnee, da er vieles zudeckt. Regen hilft, denn man hört, worauf er fällt oder gar von Dächern plätschert. Wind und Lärm erschweren das Zurechtfinden.

In Bahnhöfen dürfte es nicht einfach sein?
Die weissen, erhobenen Leitlinien fühlen wir Blinde mit dem Stock und gehen an ihnen entlang zu Unterführungen oder Ausgängen. Auch sind bei Unterführungen an den Geländern die Gleisnummern mit erhobener Normalschrift und Punktschrift angeschrieben. Allerdings habe ich im Simmental noch keine solchen Beschriftungen gefunden, auch in Spiez fehlen sie noch.

Halten Sie auch einen Blindenhund?
Ein Blindenführhund vereinfacht die Mobilität sehr, man kommt sicherer, schneller und mit viel weniger Aufwand zum Ziel. Meine Hündin, die ich grossgezogen habe, ist zur Zeit in der Ausbildung zum Blindenführhund. Ich hoffe sehr, dass sie die Ausbildung schaffen wird!

Welche Hilfsmittel brauchen Sie bei der Arbeit?
Für die Arbeit mit den Patienten als Physiotherapeutin brauche ich keine Hilfsmittel. Die Bedienung des Ultraschallgeräts kenne ich, wie die Waschmaschine, auswendig und ansonsten sehen meine Hände. Bei der Büroarbeit nutze ich einen normalen Laptop, auf welchem eine Sprachausgabe installiert ist. Das Gerät sagt mir jeden Buchstaben den ich eintippe und liest mir die Texte und das Menüband etc. vor.

Wie erledigen Sie die Briefpost?
Um meine Briefpost auf Papier lesen zu können nutze ich einen Scanner und eine Texterkennungssoftware. Bilder und Grafiken werden gelöscht und nicht erwähnt, wie auch Handschriften! Auf meinem Bürotisch steht ein Lesegerät. Wenn ich einen Text auf Papier unter die Kamera lege, kann ich den Text sehr stark vergrössern, Buchstaben bis 10 cm gross. Nur leider nützt mir dies heute nicht mehr viel, ich benötige für das Erkennen eines einzelnen Buchstabens teilweise eine Minute und habe danach Konzentrations-Kopfschmerzen. Es hilft aber noch um zu sehen, auf welcher Seite das Blatt bedruckt ist.

Wie halten Sie es mit dem Internet?
Im Internet zu navigieren braucht etwas Übung und wenn man die Seite nicht kennt, auch einiges an Zeit. Leider sind längst nicht alle Webseiten barrierefrei, d.h. wenn der Text nur als Bild dargestellt ist, sagt die Sprachausgabe irgendwelche unverständliche Zeichen. Auch PDF-Dokumente sind oft schwer lesbar.

Gibt es andere elektronische Hilfsmittel?
Das iPhone und der Milestone sind zwei Hilfsmittel, die ich in der Freizeit und im Beruf verwende. Der Milestone ist ein sehr vielseitiges, extra für Blinde gebautes, kleines Gerät, mit dem ich Hörbücher höre, Notizen aufnehme. Auch sind meine Ordner mit Strichcodeähnlichen Etiketten beklebt und wenn ich den Milestone an die Etikette halte, sagt es mir, welche Themen in dem Ordner abgelegt sind. Ist der Pullover rot oder blau? Ein Aufsatz auf den Milestone gesteckt und das Farberkennungsgerät sagt: «Blau Richtung grün», was aber nicht hilft für gemusterte Dinge. Das iPhone hat eine integrierte Sprachausgabe, bei jedem iPhone lässt sich diese einschalten und Blinde können es bedienen. (Bitte nicht versuchen, die Bedienung ändert sich drastisch!)

Gibt es Apps, .die Ihnen dienlich sind?
Ja, ich habe ein App, mit welchem ich Texte fotografieren kann und danach liest es mir vor, was es erkannt hat. Es ist natürlich nicht so gut wie der Scanner, doch dafür portabel und immer dabei. Auch verwende ich Navigations-Programme, die ich auf das iPhone geladen habe. Wenn Sie mich mit Kopfhörer im Ohr durch das Dorf gehen sehen, ist mein iPhone dabei, mir Infos ins Ohr zu flüstern. (Ich bin aber nach wie vor ansprechbar :-)
Nebst dem SMS lesen, Kontakte bearbeiten und natürlich telefonieren, habe ich den Fahrplan, das Telefonbuch, ein weiteres Notizsystem, eine Zeitung, die Aktionen der Einkaufsläden nun immer zugänglich! Es gibt bestimmt noch viele nützliche APPs – ich habe das iPhone noch nicht lange und bin mich noch immer am Weiterbilden.

Und wie sieht Ihre Freizeit aus?
Ich vermisse es sehr, keinen Hund zu haben! Denn ein Hund ist Begleitung beim Spazieren, Wandern, Langlaufen. Ein ausgebildeter Führhund wird mir dann auch wieder beim Joggen helfen, nebst allen anderen Erleichterungen. Doch ein «normaler» Haushund/Junghund hilft schon beim Wege finden, denn sie wissen sehr schnell, wo ich hin möchte. Bis in den Herbst werde ich ohne Hund auskommen müssen, vielleicht habe ich Glück und kann noch den einen oder anderen Hund ferienhalber hüten. So verbringe ich meine Zeit jetzt «nur» mit kleinen Spaziergängen, Hörbüchern, Weiterbildungen, meinen drei Vereinsvorstands-Tätigkeiten, mit der Arbeit an den beiden von mir betreuten Webseiten, und dem Organisieren von Familienfesten und natürlich dem Kochen und Haushalten.
Ich hätte einige Ideen/Wünsche zur Verschönerung meiner Freizeit, nur werde ich sie umsetzen können?

© SIMMENTAL ZEITUNG

Artikel aus der Simmentalzeitung vom 28.12.2012

hier zum Originalartikel

Aus dem Alltag einer blinden Physiotherapeutin

Seit 2007 arbeitet Susanne Gasser als Physiotherapeutin in Zweisimmen. Wir haben der jungen Frau, die seit dem achten Lebensjahr stark sehbehindert ist und die heute nur noch Lichtquellen erkennen kann, einige Fragen gestellt, die man oft nicht zu fragen wagt: In einem ersten Teil berichtet sie über den Alltag: Waschen, Putzen, Kochen, Einkaufen. Im zweiten Teil berichtet sie über ihre Hilfsmittel bei der Arbeit und in der Freizeit.

Susanne Gasser beim Einkaufen Susanne Gasser bedauert, dass Behinderte zu schnell 1:1 verglichen werden: «Wir sind nicht nur unterschiedliche Menschen, sondern auch ganz unterschiedlich behindert». Die Kommunikation und Übermittlung der Texte erfolgte – dank neuer Technologien – per E-mail. Über technische und elektronische Hilfsmittel, ihren Beruf und die Freizeitaktivitäten berichten wir in einer späteren Ausgabe.

Wie kann ein Blinder, eine Blinde selbständig einen Haushalt führen?
Seit ich mit 22 Jahren die Physiotherapieausbildung angefangen habe, wohne und haushalte ich alleine. Anfangs hatte ich Unterstützung von meiner Mutter. Sie diktierte mir zum Beispiel die Anleitungen für verschiedenste Waschmaschinen. In den Personalhäusern gab es im Keller bis zu acht Maschinen, natürlich fast alles unterschiedliche Typen. Die Anleitungen waren teilweise sehr aufwendig, mit vier Maschinentypen: Maschine eins ist gleich wie vier und fünf und Maschine zwei wie drei und sechs. Also für 40° den fünften Knopf in der unteren Reihe, wenn Sport noch den zweiten in der oberen Reihe und wenn das dann dauert der Waschgang X Minuten oder Y Minuten. Dies für alle Maschinentypen, fast alle Grade und Zusatzfunktionen. Aber es ging und geht noch heute, nur habe ich heute nur eine Maschine, die ich kenne, da brauche ich keine Anleitung mehr. Diese funktioniert mit einem Drehknopf, also genau mitzählen.

Wie sieht es mit dem Putzen aus?
Nebst dem Waschen muss auch geputzt werden. Meine Mutter durchstreifte immer mein Personalzimmer und putzte, was nicht schon glänzte. Dies fand ich gut, da sie mir immer sagte, was sie geputzt hat. Denn sonst wäre ich nicht auf die Idee gekommen, einen Spiegel zu putzen oder die kleine Fläche hinter dem WC, wo offenbar und tatsächlich immer viel Staub und Haare liegen. Welch eine Freude, als sie durch die Zimmer/Wohnung streifte und nichts mehr zu putzen fand! Jetzt putze ich routiniert, viele Schmutzarten spürt man gut und ich weiss, wann es wo nötig ist. Ich merke jedoch nicht, wann zum Beispiel der Spiegel oder die Platten hinter dem Kochherd schmutzig sind. Sie werden einfach regelmässig geputzt. Mit der richtigen Technik weiss ich auch, dass der Spiegel wirklich sauber ist und nicht verschmiert. Ich habe mehr Aufwand beim Putzen als jemand, der genau sieht, wo wie lange geschruppt werden muss. Doch ein grösserer Zeitaufwand gehört grundsätzlich zur Behinderung.

Kochen dürfte auch nicht einfach sein?
Ich koche gerne und viel und oft und man sagt: «Auch gut». Ich habe eine sprechende Waage und ein Litermass mit spürbaren Markierungen, Rillen pro ½ Deziliter. Mehr Hilfsmittel brauche ich nicht zum Kochen. Ich kaufe (fast) keine Fertigprodukte, ich mache meinen Kartoffelstock, Spätzli, Teigwaren, Cordon Bleu, Saucen und Kuchen gerne selber. Kochen ist eines meiner zeitaufwendigsten Hobbies.

Was geht in der Küche nicht ohne Hilfe?
Was ich nicht ohne Hilfe kann, ist Rouladenteig dünn und regelmässig auf einem Blech ausstreichen, den Browniesteig ebenfalls regelmässig verstreichen und die Brownies danach schön schneiden; Fischfilets in einer Bratpfanne drehen, ohne dass sie zerfallen, ganz schön anrichten oder Kuchen perfekt glasieren und schmücken.

Wenn man kochen will, muss man auch einkaufen.
Ich wandere in das Geschäft und suche mir alles zusammen, was ich alleine finden kann. Ich wähle meine Äpfel und Birnen, Salate und Gemüse selber aus und packe sie in Säckchen ab. Ich gehe zur Milch, Eier, Joghurt, Käse, Hefe, etc. und lege mir alles in mein Körbchen. Danach gehe ich zurück zum Kundendienst und eine Angestellte wägt mir die Früchte ab und hilft mir noch, das für mich nicht erkennbare zu finden wie Fleisch, verschiedene Mehle, aktuelle Aktionen, selten gekauftes wie Zahnpasta, Duschmittel und Backtrennpapier.
Diese meine «Selbstsuchtechnik» funktioniert nur in Geschäften, die nicht alle Woche ihr Sortiment neu platzieren, nur solange meine Joghurts am selben Ort stehen. Natürlich könnte ich mir auch alles vom Verkaufspersonal zusammentragen lassen, doch ich gehe gerne durch das Geschäft, wähle meine Mandarinen selber aus und es kann auch inspirierend sein, durch die Regale zu tasten und mich so zu informieren.

© SIMMENTAL ZEITUNG

Artikel aus dem Migrosmagazin vom 30.04.2012

hier das PDF des ganzen Artikels mit Fotos
So wie die 34-jährige Susanne Gasser, die seit Mitte Januar eine eigene Physiotherapie-Praxis in Zweisimmen führt. Cone-Rod Dystrophie heisst die Krankheit, die sie seit ihrem achten Lebensjahr so gut wie blind macht. Auf zwei bis drei Prozent schätzen die Ärtzte Susanne Gassers restliches Sehvermögen.

Bei ihrer früheren Arbeitssuche legte sie den Bewerbungsdossier jeweils einen separaten Brief bei, in dem sie erklärte, dass sie mit einer starken Sehbehinderung lebe und gerade deshalb sehr ehrgeizig sei und über ein grosses Durchhaltevermögen verfüge. Heute steht dieser Text auf ihrer Praxis-Homepage. (Korrektur SG: es ist natürlich nicht der selbe Text!) Wenn sie auf ihre Laufbahn zurück blicke, werde ihr bewusst, dass auch viel Glück mit im Spiel gewesen sei: «Ich habe immer wieder neugierige Menschen getroffen, die mir eine Chance gaben und die mit mir einen neuen Weg begehen wollten.» Angefangen bei den Lehrern in der Mittelstufe, über den Lehrmeister bis zu ihrem letzten Arbeitgeber im Spital in Zweisimmen, wo sie bis vor Kurzem als leitende Physiotherapeutin gearbeitet hat.

Susanne Gasser machte eine dreijährige KV-Lehre, merkte dann aber, dass sie unterfordert war. Sie absolvierte ein Fernstudium in Biologie, Chemie und Physik, damit sie sich für die Physiotherapie-Ausbildung anmelden konnte.
Während ihrer Ausbildung sei es nicht immer einfach gewesen, erzählt sie. Eine Sehbehinderte verursacht mehr Aufwand und Probleme als eine Normalsehende, davon war ihre Vorgesetzte während eines Praktikums überzeugt. «Sie sagte mir, dass ich schlecht sei, und ich fing an Fehler zu machen, sodass ich plötzlich selber glaubte, dass ich unfähig bin.» Susanne Gasser zog die Notbremse und nahm sich eine Auszeit, widmete sich ihrer grössten Leidenschaft: dem Reisen.
Bereits vor der Ausbildung war sie vier Wochen alleine durch England gereist, mit dem Zug, ohne Blindenstock. Zwei Jahre quer durch Südamerika folgten, nachdem sie die Diplomprüfung bestanden hatte.

Dass sich ein Patient nicht von ihr behandeln lassen wollte, sei ihr nur einmal passiert. Im Beruf ersetze das Berühren das Sehen, ein gutes Gedächtnis und Gehör helfen ihr, den Alltag zu bewältigen. Auch Susanne Gasser arbeitet mit einem Sprachprogramm für den Computer, das ihr E-Mails und Patienten-Akten vorliest.

Sie sei sich bewusst, dass sie eine «Vorzeige-Behinderte»ist, sagt sie. Trotzdem: «Ob Bewunderung oder Mitleid – beides prallt an mir ab». Die Mehrheit der Behinderten würden in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, weil sie irgendwo in einem «unspektakulären» Beruf arbeiteten, einer vermeintlich einfachen Arbeit nachgingen, gibt sie zu bedenken. Sie sagt: «Ich repräsentiere leider nicht die Realität.»
Kämpfer muss man sein, Energie braucht es auch, sagt Susanne Gasser, wenn sie erklärt, wie sie es trotz Sehbehinderung so weit gebracht hat. Damit Behinderte in der Gesellschaft eine bessere Stellung erhielten, brauche es aber auch mehr Offenheit und Spontaneität der Mitmenschen, denn «das ist tausend Mal mehr wert als jede Technik der Welt».

Leserbrief in der Simmentalzeitung vom 19.04.2012

hier zum Originalleserbrief
Liebe Autofahrer und Autofahrerinnen! Wissen Sie, dass es ein Gesetz gibt, welches sagt: «Unbegleiteten Blinden, die durch hochhalten des weissen Stockes anzeigen, dass sie die Strasse überqueren wollen, ist der Vortritt zu gewähren.» (schweizerische Strassenverkehrsordnung, Artikel 6)!
Herzlichen Dank all denen, die mich bereits über die Strasse gelassen haben.
Seit meinem achten Lebensjahr bin ich praktisch blind. Bis vor ca. zwei Jahren sah ich noch fünf Prozent, jetzt sind es vielleicht noch zwei Prozent. Was bedeutet das? Ich sehe jetzt noch hell und dunkel und wenn ein Gegenstand gegen einen guten Kontrast platziert ist, kann ich auch noch ausweichen. Ansonsten häufen sich bei mir die Beulen, da ich noch immer nicht gelernt habe etwas langsamer und vorsichtiger durch die Gegend zu gehen. (Und genau genommen will ich dies auch nicht lernen, was ist schon eine Beule mehr oder weniger.)
Zurück zu meinem Anliegen. Seit Januar überquere ich täglich zwei- bis viermal die Thunstrasse um hinüber zu meiner Physiotherapiepraxis in der Gewerbestrasse zu kommen. Dort gibt es keinen Fussgängerstreifen und die Strasse ist mit ihren drei Spuren ziemlich breit. Ich stehe also mit meinem Blindenstock an der Strasse und muss warten, bis von beiden Seiten kein Fahrzeug mehr zu hören ist, was länger dauern kann. Wenn ein Auto mit laufendem Motor auf der Einspurspur steht oder wartet bis es in die Thunstrasse einbiegen kann, höre ich den Verkehr nicht mehr und ich warte noch etwas länger.
Es wäre also schön, wenn ein paar AutofahrerInnen mehr kurz abbremsen würden, um mich über die Strasse gehen zu lassen, ohne dass ich androhen muss, einfach loszugehen.
Ich wurde auch schon gefragt: «Was tue ich in meinem Auto, wenn ich vor dem Zebrastreifen stehe und eine blinde Person hat nicht bemerkt, dass sie rüber könnte?»
Vorschläge: Kurz im Stand Gas geben, Fenster herunter kurbeln und sagen «sie können rüber» oder ganz, ganz fein hupen.
Vielen Dank, dass Sie zukünftig uns Blinde auch neben einem Fussgängerstreifen über die Strasse lassen!
Susanne Gasser, Zweisimmen

Artikel aus der Simmentalzeitung vom 15.03.2012

hier zum Originalartikel mit Bild
Seit Mitte Januar ist Susanne Gasser in ihrer Praxis Physiotherapie Zweisimmen in der Gewerbestrasse 1 in Zweisimmen tätig.
Die diplomierte Physiotherapeutin SRK arbeitet schon seit längerer Zeit im Simmental. Zuvor behandelte sie ihre Patienten während fünf Jahren im Spital Zweisimmen.
Am vergangenen Freitag lud Susanne Gasser zum Tag der offenen Tür. Mit einem reichhaltigen Buffet begrüsste sie die Besucher und lud zu Kaffee und Kuchen.
Die Patienten sind mit Susanne sehr zufrieden. Sie schätzen ihre einfühlsame Arbeitsweise und sind froh, dass nach einer Behandlung nicht «alles weh tut».
Das Angebot umfasst allgemeine Physiotherapie, Lymphdrainage, Ultraschall, TENS (Elektrotherapie), Kinesiotape, Pilates und auf Anfrage verschiedene Gruppenturnen oder Massagekurse.

Einladung zum Eröffnungs-Zfieri

Datum 09.03.2012
Zeit 15.30 bis 19.00 Uhr

Ich freue mich, Sie am „Tag der offenen Türe“, in meiner neuen Physiotherapiepraxis an der Gewerbestrasse 1 in Zweisimmen begrüssen zu dürfen.

Freundliche Grüsse
Physiotherapie Zweisimmen

Susanne Gasser

Artikel aus der Simmentalzeitung vom 12.01.2012

hier zum PDF
Eröffnung Physiotherapie Zweisimmen
Susanne Gasser, dipl. Physiotherapeutin SRK Susanne Gasser beim Behandeln eines Fussgelenkes Am 16.01.2012 starte ich mit meinr Physiotherapiepraxis an der Gewerbestrasse 1 in Zweisimmen.

Nach beinahe 5 Jahren als leitende Physiotherapeutin im Spital Zweisimmen, eröffne ich am nächsten Montag meine eigene Praxis. Mein Angebot umfasst allgemeine Physiotherapie, Lymphdrainage, Ultraschall, TENS (Elektrotherapie), Kinesiotape, Pilates und auf Anfrage verschiedene Gruppenturnen oder Massagekurse.

Ich freue mich auf meine neue Praxis und hoffe, Ihnen, falls nötig, zur Seite stehen zu dürfen.

Physiotherapie Zweisimmen
Susanne Gasser – Tel. 033 722 07 03
Gewerbestrasse 1 - 3770 Zweisimmen
susanne.gasser@physio-zweisimmen.ch
www.physio-zweisimmen.ch



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